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Wie verhält sich eine Mutter mit Borderline?

Inhaltsverzeichnis:

  1. Wie verhält sich eine Mutter mit Borderline?
  2. Kann man als Borderliner eine gute Mutter sein?
  3. Wie soll ich den Borderliner Grenzen setzen?
  4. Was können Angehörige bei Borderline tun?
  5. Was triggert einen Borderliner?
  6. Wie gehen Borderliner mit ihren Kindern um?
  7. Kann ein Borderliner alleine leben?
  8. Was verschlimmert Borderline?
  9. Was ist Triggern bei Borderline?
  10. Wie gehe ich mit meiner Borderline Tochter um?
  11. Warum zerstören Borderliner Beziehungen?
  12. Ist ein Borderliner nachtragend?
  13. In welchem Alter ist Borderline am schlimmsten?
  14. Sind Borderliner gerne alleine?
  15. Was können Borderliner nicht?

Wie verhält sich eine Mutter mit Borderline?

Ist es immer leicht, Mutter zu sein?

Für die Untersuchung der Wirksamkeit eines störungsspezifischen Elterntrainings („Borderline und Muttern sein“; Buck‐Horstkotte, Renneberg & Rosenbach, 2015) im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Multicenter Projekts („ProChild“) werden aktuell Patientinnen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung gesucht. 

Kann man als Borderliner eine gute Mutter sein?

Publiziert: 24.03.2017, 23:29Aktualisiert: 05.05.2023, 10:53

Irgendwann kommt Adriana Schmid zur befreienden Erkenntnis: «Ich kann nichts für meine Mutter tun.» Foto: Doris Fanconi

Wie soll ich den Borderliner Grenzen setzen?

„Dann gab es eben ein winziges Detail, das jemand gesagt oder gemacht hat. Und das konnte halt in Minuten umschlagen in ganz große, innere Verzweiflung.“

„Also, Borderline ist ein Grauen, das sich keiner vorstellen kann. Und da, wenn ich nicht muss, möchte ich nicht in diesen See hinabtauchen müssen. Und ich weiß, dass meine Schwester dort ihr Leben verbringt. Und das ist furchtbar.“

Was können Angehörige bei Borderline tun?

Versucht man, Borderline aus der Betroffenen-Perspektive zu beschreiben, ist es gar nicht so einfach, passende Worte dafür zu finden. Worte die eine Momentaufnahme davon einfangen, was es bedeutet, mit Borderline zu leben. Was Fachleute als Störung der Emotionsregulation beschreiben, ist im Alltag der Betroffenen ein permanentes Gefühlschaos, oder eine ständige Achterbahnfahrt der Gefühle. Und was Professionelle als dysfunktionale Spannungsregulation betiteln – wie etwa Schneiden oder Drogenmissbrauch - sind für die Betroffenen verzweifelte Versuche, mit diesem inneren Chaos umzugehen. Oft geht es im Alltag für die Betroffenen darum, auszuhalten. Ein Gefühl von Identitätslosigkeit aushalten und diese ständig quälende Frage danach, „wer ist dieses ,ich´ eigentlich? Die Betroffenen können auch nicht ertragen, sich im Spiegel zu betrachten. Weil sie für das, was sie dort sehen, den allerstärksten Hass empfinden. Sie müssen die Einsamkeit aushalten, während sie sich nach Nähe sehnen – können dann die Nähe aber nicht ertragen und fürchten das Verlassen werden. Es gibt weder Flucht noch Sicherheit. Borderline-Betroffene müssen Anspannung und diese innere Leere ertragen, die wie eine subtile Bedrohung wirkt und hinter jeder Art von Leerlauf lauert. Und manchmal fühlt es sich an, als ob man durch eine unsichtbare Wand von dem Rest der Welt getrennt ist, an der man niemals teilhaben kann. Das alles ist für die Betroffenen veränderbar – dazu brauchen sie jedoch Begleiter im Alltag, die die Borderline-Störung verstehen können.

Heute gibt es ein fundiertes Wissen über die Borderline-Störung. Dank intensiver Forschung der letzten Jahre können die zentralen Probleme der Betroffenen, wie beispielsweise Probleme mit der Emotionsregulation inzwischen gut verstanden werden. Spezialisierte Behandlungskonzepte wurden entwickelt und haben die Prognose für Borderline-Betroffene deutlich verbessert.

Was triggert einen Borderliner?

Wie die Gefühle außer Kontrolle geraten

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Ein falsches Wort genügt, um das Fass zum Überlaufen zu bringen. Ein verschüttetes Glas reicht, dass die Stimmung kippt. Ohne Vorwarnung entlädt sich eine unbändige Wut, macht sich Verzweiflung breit, gerät das emotionale Gleichgewicht bei Menschen mit Borderline-Syndrom aus der Balance. Häufig sind Betroffene keine 30, wenn die innere Spannung unerträglich wird, der Leidensdruck so hoch, dass sie sich verletzen müssen, um sich zu spüren.

Borderline beschreibt das Wechselbad zwischen Selbstliebe und Selbsthass.

Die gute Nachricht: Stabilität und Struktur können helfen. Langfristig angesetzte Therapien können es schaffen, Borderlinern einen lebensbejahenden Alltag zu geben, indem sie ihr Selbstwertgefühl aufbauen. So schaffen es viele junge Erwachsene ihre Emotionen zu kontrollieren, eine stabile Beziehung aufzubauen und eine Familie zu gründen.

Etwa 3 % der Deutschen leiden an Borderline. In stationärer Behandlung liegt der Richtwert von Borderline-Patient:innen bei 15 %. 20 % der ambulanten Therapieplätze sind von Patient:innen mit Borderline belegt. 60 bis 80 % der Patient:innen mit Borderline geben an, als Kind sexuelle missbraucht worden zu sein.

Auffallend ist die hohe Suizidrate, die bei 5–10 % liegt sowie eine Selbstverletzungsrate, die sich zwischen 69 % bis 80 % bewegt. Gut 60 % der Borderline-Erkrankten haben mindestens einmal versucht, sich das Leben zu nehmen. Das höchste Suizidrisiko liegt zwischen dem 20.–30. Lebensjahr. Obwohl die Borderline-Störung genetisch bedingt sein kann, finden sich in 40 % bis 70 % der Fälle, Traumata wie emotionale Vernachlässigung in der Kindheit. Ebenfalls berichten Borderline-Patient:innen von Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch und Misshandlungen. Etwa 75 % der Patient:innen in Therapie sind weiblich.

„Heute Freund, morgen Feind – Menschen mit dem Borderline-Syndrom leiden unter ihrer extrem instabilen Gefühlswelt. Die Psychotherapie ist anspruchsvoll, aber das wirksamste Mittel, um funktionierende Beziehungen zu ermöglichen.“ Marian Grosser, Arzt

Wie gehen Borderliner mit ihren Kindern um?

Zu Artikeldetails zurückkehren Vom Umgang mit Borderline-Müttern. Orientierungsmöglichkeiten für Kinder betroffener Mütter

Kann ein Borderliner alleine leben?

Die wichtigste Komponente in der Therapie der Borderline-Störung ist die Psychotherapie. Ergänzend kommen Medikamente zum Einsatz.

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist, dass der Behandelnde alle Aspekte und Ausprägungen der Erkrankung bei den Betroffenen erfasst. In den Oberberg Fachkliniken ordnen wir die zu behandelnden Aspekte der Wichtigkeit nach. Wir behandeln vorrangig Suizidgedanken oder -versuche sowie im nächsten Schritt Verhaltensmuster, welche den Fortgang der Therapie gefährden könnten. Die weitere Ordnung ergibt sich aus der individuellen Situation des Patienten.

Was verschlimmert Borderline?

„Dann gab es eben ein winziges Detail, das jemand gesagt oder gemacht hat. Und das konnte halt in Minuten umschlagen in ganz große, innere Verzweiflung.“

„Also, Borderline ist ein Grauen, das sich keiner vorstellen kann. Und da, wenn ich nicht muss, möchte ich nicht in diesen See hinabtauchen müssen. Und ich weiß, dass meine Schwester dort ihr Leben verbringt. Und das ist furchtbar.“

Was ist Triggern bei Borderline?

I can summarize in three words what I have learned from life.

It goes on.

This is a big issue with borderline personality disorder. Through the inner emptiness that we often feel, through the "not-feeling-yourself", "no feeling of identity", we mainly react to external triggers .

Triggers are mostly subconscious . In a matter of seconds, we react to statements, looks, and gestures of others. We are so sensitive that we often even perceive the mood of the other person and feel or act accordingly.

I illustrate this:

Wie gehe ich mit meiner Borderline Tochter um?

Das Borderline-Syndrom ist für Aussenstehende schwer zu verstehen. Wer es hat, wird stark stigmatisiert. Das Gefühlschaos kann überwältigend sein. Doch es gibt Patienten, die gut damit leben.

Salome Balasso kommt eines Abends frustriert nach Hause, sie hat das Gefühl, von den Leuten im Zug ausgelacht worden zu sein. Sie werde sich umbringen, droht sie ihrem Partner Christian Heiniger. Er sitzt im Schneidersitz auf dem Boden, lächelt. Sie fühlt sich missverstanden, wird laut, greift nach der Handtasche, wirft ihm den Kugelschreiber an den Kopf, den Schlüssel, das Portemonnaie.

Er lächelt weiter. «Ist die Tasche leer?», fragt er. Sie droht nochmals, sich umzubringen. «Wenn du das unbedingt willst, dann mach das», sagt er. Aus Trotz bleibt sie am Leben.

Salome lebt ein Leben in Extremen: Sie denkt in Schwarz und Weiss, in Gut und Böse. Ein falsches Wort, und sie explodiert. Ohne Vorwarnung kippt ihre Stimmung, sie schwankt zwischen Liebe und Hass, unbegrenzter Energie und endloser Leere. Um die Zustände intensiver Anspannung auszuhalten, greift sie zum Messer, verletzt sich, um sich selbst wieder zu spüren. Aus Verzweiflung droht sie mit dem Tod.

Für Salome ist die Beziehung mit Christian ihre erste feste. Alles vor ihm seien Jugendschwärmereien gewesen, sagt die 31-Jährige, als wir sie in Zürich zum Gespräch treffen. Die beiden widerlegen das Klischee, dass Borderliner keine stabilen Beziehungen führen können. Seit zwölf Jahren sind sie zusammen.

Kennengelernt haben sich Salome und Christian in der psychiatrischen Klinik. Zehn Tage verbrachten sie auf derselben Station. Sie sprachen offen über ihre Krankheiten: er über die Alkoholsucht, sie über die Persönlichkeitsstörung. Geflirtet wurde nicht. Aber das Treffen hallte nach. Monate nach dem Klinikaufenthalt trafen sich die beiden wieder. Sie suchte eine Bleibe und zog kurzerhand bei ihm ein.

Zu ihren Eltern hatte sie damals eine schwierige Beziehung. Salome wuchs in einer kleinen Wohnung auf. Der Vater war depressiv, die Mutter litt an Zwangsstörungen und Angstzuständen. Sie war ständig besorgt um ihr kleines Mädchen, liess ihr wenig Freiheiten, bemutterte sie. Der grosse Bruder dagegen durfte alles.

Über Gefühle wurde in der streng religiösen Familie nicht gesprochen. Nach einem Streit sang die Familie ein Lied und bat Jesus um Vergebung. Salome konnte dies nicht nachvollziehen. «Wir waren ja immer noch wütend aufeinander, auch wenn wir so taten, als sei alles in Ordnung.»

Mit 14 Jahren begann Salome, sich selbst zu verletzen, trank Alkohol, betäubte sich mit Medikamenten, magerte ab. Die Mutter wies sie in die Jugendpsychiatrie ein, nachdem sie versucht hatte, sich das Leben zu nehmen. Die Ärzte sprachen von einer «Rebellionsstörung». Die Diagnose Borderline erhielt sie mit 18 Jahren.

Im Gegensatz zu ihren Eltern wollte Christian sie nicht behüten. Wenn sie überreagierte oder eine Situation falsch einschätzte, wies er sie darauf hin. Verstand sie seinen Standpunkt nicht, nahm er sich Zeit, mit ihr zu diskutieren. «Er hat mich als starke Frau gesehen, nicht als Opfer», sagt sie. Dadurch begann Salome, ihm zu vertrauen, sich zu öffnen.

Warum zerstören Borderliner Beziehungen?

Borderline: ein Begriff, der für Verwirrung sorgt. Viele haben bereits davon gehört, die wenigstens können sich konkret etwas darunter vorstellen. Und es kursieren viele Vorurteile. Borderline: eine Diagnose, die Betroffene abstempelt und ihren Partnern häufig Angst macht. Gemeint ist mit „Borderline“ die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) so bezeichnete „emotional instabile Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs“. Vorweg sei betont, dass trotz gemeinsamer Merkmale kein Mensch, der an dieser Krankheit leidet, exakt einem anderen betroffenen Menschen gleicht. Auch wenn es sich bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung um eine tiefgreifende Störung nicht zuletzt der zwischenmenschlichen Beziehungsgestaltung handelt („Interaktionsstörung“), lassen sich nicht alle „Borderliner“ über einen Kamm scheren und sollte nicht übersehen werden, dass in jedem Menschen eine Fülle von Stärken schlummern – auch in den schwersten Krankheitsphasen und Krisen.

Ist ein Borderliner nachtragend?

Die Bor­der­line-Stö­rung gehört gemäß der Inter­na­tio­na­len Klas­si­fi­ka­ti­on psy­chi­scher Stö­run­gen zu den insta­bi­len Per­sön­lich­keits­stö­run­gen. Wer eine Stö­rung der Per­sön­lich­keit auf­weist, zeigt in vie­len Situa­tio­nen Erle­bens- und Ver­hal­tens­mus­ter, die von den Erwar­tun­gen der Gesell­schaft abweichen.

Die­se Mus­ter sind bestän­dig, tief grei­fend und sta­bil. Das heißt, sie ver­än­dern sich im Lau­fe des Lebens ohne ent­spre­chen­de Hil­fe nicht oder nur wenig. Wenn hin­ge­gen erfolg­reich the­ra­piert wird, dann ste­hen die Chan­cen gut, dass die Sym­pto­me verschwinden.

Erfolg­reich lässt sich Bor­der­line mit der Dia­lek­tisch-Beha­vi­ora­len The­ra­pie behan­deln. Ergänzt wird die­ses durch das Antrai­nie­ren von hilf­rei­chen Skills, mit denen sie sich in Kri­sen selbst behel­fen kön­nen. Die­se aner­kann­te Behand­lung bei Bor­der­line wird inzwi­schen in 35 deut­schen Kli­ni­ken ange­bo­ten. Édouard Sevier in Bor­der­line — es gibt immer eine Lösung.

Die Sym­pto­me der Stö­rung sind viel­fäl­tig. Typisch sind Pro­ble­me in zwi­schen­mensch­li­chen Bezie­hun­gen. Bor­der­li­ner haben Angst vor dem Ver­las­sen­wer­den und tun alles, um dies zu verhindern.

Trotz­dem ertra­gen sie die Nähe zu ande­ren Men­schen auf Dau­er schlecht. Mit­men­schen wer­den ein­mal idea­li­siert, ein ander­mal ent­wer­tet. Die Bezie­hun­gen sind durch Insta­bi­li­tät gekennzeichnet.

Zudem haben Bor­der­li­ner oft hef­ti­ge Emo­tio­nen mit ver­zö­ger­tem Rück­gang. Ihre Frus­tra­ti­ons­to­le­ranz ist nied­rig, was sich gera­de im Berufs­le­ben und in Part­ner­schaf­ten als Hem­schuh für ein nor­ma­les Mit­ein­an­der zeigt.

In welchem Alter ist Borderline am schlimmsten?

Veröffentlicht am:10.03.2022

13 Minuten Lesedauer

Aktualisiert am: 21.03.2022

Menschen mit der Erkrankung Borderline-Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F 60.31) leiden meist viele Jahre lang an emotionalen Einschränkungen, die unterschiedlich stark empfunden werden und unterschiedliche Verläufe haben können.

Viele Menschen mit Borderline haben Stimmungsschwankungen, was zwischenmenschliche Beziehungen stark belastet. Zwar sind ihre Beziehungen zu anderen Menschen oft intensiv oder phasenweise sehr nah, aber zugleich wenig stabil und konfliktbeladen und können dann ins Destruktive umschlagen. Trotzdem haben sie Angst vor dem Verlassenwerden oder dem Alleinsein, andererseits vor Nähe. Sie fühlen sich innerlich oft zerrissen, stark angespannt und ihren Stimmungen ausgeliefert. Durch ihre Impulsivität können sie ihr Verhalten schwerer kontrollieren als andere Menschen. Weil ihr Selbstwertgefühl sowie ihre Körper- und Gefühlswahrnehmung instabil sind, neigen viele zu Selbstverletzungen und Suchtmittelkonsum, einige auch zu Suizidversuchen. Anderseits haben viele Menschen mit dieser Diagnose eine Individualität, einen Gefühlsreichtum, eine Fähigkeit zu besonderer Intensität in zwischenmenschlichen Beziehungen und eine sensible Wahrnehmung sozialer Situationen, um die sie viele beneiden. Und viele Stärken mehr! Diese gilt es, im Weg der Veränderung zu finden und zu stärken.

© privat

Sind Borderliner gerne alleine?

Die typische Nähe-Distanz-Problematik des Borderliners betrifft mich leider auch. Bindungsangst ist für mich ein großes Thema. Es ist schwierig für mich, Nähe auszuhalten. Wenn es mir zu eng wird in einer Beziehung oder „beziehungs- ähnlichen“ Situation, habe ich sehr oft die Flucht ergriffen. Wenn ich vermeintliche Anzeichen erahnt habe, dass der andere Mensch mich verletzen könnte, habe ich Diskussionen angezettelt, welche dann im Streit endeten, sodass ich einen Grund hatte, die Bindung aufzulösen. Oder ich habe im Rahmen einer angeeigneten Vermeidungsstrategie mich nicht exklusiv auf einen Menschen eingelassen und habe einfach mehrere Männer gedatet. So habe ich den einen Mann, welchem mein eigentliches Interesse galt, emotional auf Abstand gehalten – und mich selbst auch. Zu viel emotionale Nähe triggert meine in mir verankerten Urängste. Dadurch versuche ich, meine Angst vor dem Verlassen-Werden durch dieses Verhalten ein wenig zu minimieren.

Wenn alles gut läuft im Leben des Borderliners, ist dies für ihn schwer zu ertragen, da er es nicht kennt! So beschwört er durch die Selbstsabotage und das Drama, welches er erzeugt unbewusst wieder eine vertraute Sachlage herauf. Das Gefühl von Stress und Ungeliebt-Sein kennt er und auch wenn es paradox für jeden Außenstehenden klingt, dann fühlt er sich wieder einigermaßen wohl. Auch ich hatte immer wieder eine außergewöhnliche Befriedigung in mir, wenn ich wieder einen lieben Menschen von mir gestoßen habe und so mein altbewährtes und bekanntes Muster des Allein-Sein und Vernachlässigt-Werden wieder hergestellt habe.

Was können Borderliner nicht?

Eine Schweigepflichtentbindung entbindet Ärzte von ihrer Pflicht gegenüber Dritten über die erhaltenen Daten, Informationen und Geheimnisse zu schweigen. Manchmal ist die Entbindung von der Schweigepflicht eine Bedingung, damit z.B. Versicherer Leistungen erbringen oder bei einem Gerichtsverfahren, damit ein Geheimnisträger z.B. als Zeuge oder Sachverständiger auftreten kann. Die Schweigepflichtsentbindung ist gültig bis zum Widerruf durch die betroffene Person, welcher jederzeit ausgeübt werden kann. Sie kann sich, je nach Ausgestaltung der Schweigepflichtentbindungserklärung durch den Betroffenen, auf beispielsweise eine gesamte Patientenakte beziehen oder lediglich auf einen bestimmten Fall oder Informationen zu einer bestimmten Krankheit.